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Vom Lesen und Schreiben

ツァラトゥストラはこう語った(ニーチェ)ドイツ語

投稿: @dialogos-editorial出典 ・ Project Gutenbergの底本による。

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  1. 1段落

    Von allem Geschriebenen liebe ich nur Das, was Einer mit seinem Blute schreibt. Schreibe mit Blut: und du wirst erfahren, dass Blut Geist ist.

    注釈

  2. 2段落

    Es ist nicht leicht möglich, fremdes Blut zu verstehen: ich hasse die lesenden Müssiggänger.

    注釈

  3. 3段落

    Wer den Leser kennt, der thut Nichts mehr für den Leser. Noch ein Jahrhundert Leser—und der Geist selber wird stinken.

    注釈

  4. 4段落

    Dass Jedermann lesen lernen darf, verdirbt auf die Dauer nicht allein das Schreiben, sondern auch das Denken.

    注釈

  5. 5段落

    Einst war der Geist Gott, dann wurde er zum Menschen und jetzt wird er gar noch Pöbel.

    注釈

  6. 6段落

    Wer in Blut und Sprüchen schreibt, der will nicht gelesen, sondern auswendig gelernt werden.

    注釈

  7. 7段落

    Im Gebirge ist der nächste Weg von Gipfel zu Gipfel: aber dazu musst du lange Beine haben. Sprüche sollen Gipfel sein: und Die, zu denen gesprochen wird, Grosse und Hochwüchsige.

    注釈

  8. 8段落

    Die Luft dünn und rein, die Gefahr nahe und der Geist voll einer fröhlichen Bosheit: so passt es gut zu einander.

    注釈

  9. 9段落

    Ich will Kobolde um mich haben, denn ich bin muthig. Muth, der die Gespenster verscheucht, schafft sich selber Kobolde,—der Muth will lachen.

    注釈

  10. 10段落

    Ich empfinde nicht mehr mit euch: diese Wolke, die ich unter mir sehe, diese Schwärze und Schwere, über die ich lache,—gerade das ist eure Gewitterwolke.

    注釈

  11. 11段落

    Ihr seht nach Oben, wenn ihr nach Erhebung verlangt. Und ich sehe hinab, weil ich erhoben bin.

    注釈

  12. 12段落

    Wer von euch kann zugleich lachen und erhoben sein?

    注釈

  13. 13段落

    Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.

    注釈

  14. 14段落

    Muthig, unbekümmert, spöttisch, gewaltthätig—so will uns die Weisheit: sie ist ein Weib und liebt immer nur einen Kriegsmann.

    注釈

  15. 15段落

    Ihr sagt mir: „das Leben ist schwer zu tragen.“ Aber wozu hättet ihr Vormittags euren Stolz und Abends eure Ergebung?

    注釈

  16. 16段落

    Das Leben ist schwer zu tragen: aber so thut mir doch nicht so zärtlich! Wir sind allesammt hübsche lastbare Esel und Eselinnen.

    注釈

  17. 17段落

    Was haben wir gemein mit der Rosenknospe, welche zittert, weil ihr ein Tropfen Thau auf dem Leibe liegt?

    注釈

  18. 18段落

    Es ist wahr: wir lieben das Leben, nicht, weil wir an’s Leben, sondern weil wir an’s Lieben gewöhnt sind.

    注釈

  19. 19段落

    Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn.

    注釈

  20. 20段落

    Und auch mir, der ich dem Leben gut bin, scheinen Schmetterlinge und Seifenblasen und was ihrer Art unter Menschen ist, am meisten vom Glücke zu wissen.

    注釈

  21. 21段落

    Diese leichten thörichten zierlichen beweglichen Seelchen flattern zu sehen—das verführt Zarathustra zu Thränen und Liedern.

    注釈

  22. 22段落

    Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde.

    注釈

  23. 23段落

    Und als ich meinen Teufel sah, da fand ich ihn ernst, gründlich, tief, feierlich: es war der Geist der Schwere,—durch ihn fallen alle Dinge.

    注釈

  24. 24段落

    Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tödtet man. Auf, lasst uns den Geist der Schwere tödten!

    注釈

  25. 25段落

    Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich habe fliegen gelernt: seitdem will ich nicht erst gestossen sein, um von der Stelle zu kommen.

    注釈

  26. 26段落

    Jetzt bin ich leicht, jetzt fliege ich, jetzt sehe ich mich unter mir, jetzt tanzt ein Gott durch mich.

    注釈

  27. 27段落

    Also sprach Zarathustra.

    注釈

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