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Auf den glückseligen Inseln

ツァラトゥストラはこう語った(ニーチェ)ドイツ語

投稿: @dialogos-editorial出典 ・ Project Gutenbergの底本による。

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  1. 1段落

    Die Feigen fallen von den Bäumen, sie sind gut und süss; und indem sie fallen, reisst ihnen die rothe Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.

    注釈

  2. 2段落

    Also, gleich Feigen, fallen euch diese Lehren zu, meine Freunde: nun trinkt ihren Saft und ihr süsses Fleisch! Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag.

    注釈

  3. 3段落

    Seht, welche Fülle ist um uns! Und aus dem Überflusse heraus ist es schön hinaus zu blicken auf ferne Meere.

    注釈

  4. 4段落

    Einst sagte man Gott, wenn man auf ferne Meere blickte; nun aber lehrte ich euch sagen: Übermensch.

    注釈

  5. 5段落

    Gott ist eine Muthmaassung; aber ich will, dass euer Muthmaassen nicht weiter reiche, als euer schaffender Wille.

    注釈

  6. 6段落

    Könntet ihr einen Gott schaffen ?—So schweigt mir doch von allen Göttern! Wohl aber könntet ihr den Übermenschen schaffen.

    注釈

  7. 7段落

    Nicht ihr vielleicht selber, meine Brüder! Aber zu Vätern und Vorfahren könntet ihr euch umschaffen des Übermenschen: und Diess sei euer bestes Schaffen!—

    注釈

  8. 8段落

    Gott ist eine Muthmaassung: aber ich will, dass euer Muthmaassen begrenzt sei in der Denkbarkeit.

    注釈

  9. 9段落

    Könntet ihr einen Gott denken ?—Aber diess bedeute euch Wille zur Wahrheit, dass Alles verwandelt werde in Menschen—Denkbares, Menschen—Sichtbares, Menschen—Fühlbares! Eure eignen Sinne sollt ihr zu Ende denken!

    注釈

  10. 10段落

    Und was ihr Welt nanntet, das soll erst von euch geschaffen werden: eure Vernunft, euer Bild, euer Wille, eure Liebe soll es selber werden! Und wahrlich, zu eurer Seligkeit, ihr Erkennenden!

    注釈

  11. 11段落

    Und wie wolltet ihr das Leben ertragen ohne diese Hoffnung, ihr Erkennenden? Weder in’s Unbegreifliche dürftet ihr eingeboren sein, noch in’s Unvernünftige.

    注釈

  12. 12段落

    Aber dass ich euch ganz mein Herz offenbare, ihr Freunde: wenn es Götter gäbe, wie hielte ich’s aus, kein Gott zu sein! Also giebt es keine Götter.

    注釈

  13. 13段落

    Wohl zog ich den Schluss; nun aber zieht er mich.—

    注釈

  14. 14段落

    Gott ist eine Muthmaassung: aber wer tränke alle Qual dieser Muthmaassung, ohne zu sterben? Soll dem Schaffenden sein Glaube genommen sein und dem Adler sein Schweben in Adler-Fernen?

    注釈

  15. 15段落

    Gott ist ein Gedanke, der macht alles Gerade krumm und Alles, was steht, drehend. Wie? Die Zeit wäre hinweg, und alles Vergängliche nur Lüge?

    注釈

  16. 16段落

    Diess zu denken ist Wirbel und Schwindel menschlichen Gebeinen und noch dem Magen ein Erbrechen: wahrlich, die drehende Krankheit heisse ich’s, Solches zu muthmaassen.

    注釈

  17. 17段落

    Böse heisse ich’s und menschenfeindlich: all diess Lehren vom Einen und Vollen und Unbewegten und Satten und Unvergänglichen!

    注釈

  18. 18段落

    Alles Unvergängliche—das ist nur ein Gleichniss! Und die Dichter lügen zuviel.—

    注釈

  19. 19段落

    Aber von Zeit und Werden sollen die besten Gleichnisse reden: ein Lob sollen sie sein und eine Rechtfertigung aller Vergänglichkeit!

    注釈

  20. 20段落

    Schaffen—das ist die grosse Erlösung vom Leiden, und des Lebens Leichtwerden. Aber dass der Schaffende sei, dazu selber thut Leid noth und viel Verwandelung.

    注釈

  21. 21段落

    Ja, viel bitteres Sterben muss in eurem Leben sein, ihr Schaffenden! Also seid ihr Fürsprecher und Rechtfertiger aller Vergänglichkeit.

    注釈

  22. 22段落

    Dass der Schaffende selber das Kind sei, das neu geboren werde, dazu muss er auch die Gebärerin sein wollen und der Schmerz der Gebärerin.

    注釈

  23. 23段落

    Wahrlich, durch hundert Seelen gieng ich meinen Weg und durch hundert Wiegen und Geburtswehen. Manchen Abschied nahm ich schon, ich kenne die herzbrechenden letzten Stunden.

    注釈

  24. 24段落

    Aber so will’s mein schaffender Wille, mein Schicksal. Oder, dass ich’s euch redlicher sage: solches Schicksal gerade—will mein Wille.

    注釈

  25. 25段落

    Alles Fühlende leidet an mir und ist in Gefängnissen: aber mein Wollen kommt mir stets als mein Befreier und Freudebringer.

    注釈

  26. 26段落

    Wollen befreit: das ist die wahre Lehre von Wille und Freiheit—so lehrt sie euch Zarathustra.

    注釈

  27. 27段落

    Nicht-mehr-wollen und Nicht-mehr-schätzen und Nicht-mehr-schaffen! ach, dass diese grosse Müdigkeit mir stets ferne bleibe!

    注釈

  28. 28段落

    Auch im Erkennen fühle ich nur meines Willens Zeuge- und Werde-Lust; und wenn Unschuld in meiner Erkenntniss ist, so geschieht diess, weil Wille zur Zeugung in ihr ist.

    注釈

  29. 29段落

    Hinweg von Gott und Göttem lockte mich dieser Wille; was wäre denn zu schaffen, wenn Götter—da wären!

    注釈

  30. 30段落

    Aber zum Menschen treibt er mich stets von Neuem, mein inbrünstiger Schaffens-Wille; so treibt’s den Hammer hin zum Steine.

    注釈

  31. 31段落

    Ach, ihr Menschen, im Steine schläft mir ein Bild, das Bild meiner Bilder! Ach, dass es im härtesten, hässlichsten Steine schlafen muss!

    注釈

  32. 32段落

    Nun wüthet mein Hammer grausam gegen sein Gefängniss. Vom Steine stäuben Stücke: was schiert mich das?

    注釈

  33. 33段落

    Vollenden will ich’s: denn ein Schatten kam zu mir—aller Dinge Stillstes und Leichtestes kam einst zu mir!

    注釈

  34. 34段落

    Des Übermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten. Ach, meine Brüder! Was gehen mich noch—die Götter an!—

    注釈

  35. 35段落

    Also sprach Zarathustra.

    注釈

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