Vom Vorübergehen
ツァラトゥストラはこう語った(ニーチェ) ・ ドイツ語
投稿: @dialogos-editorial ・ 出典 ・ Project Gutenbergの底本による。
第1段落
Also, durch viel Volk und vielerlei Städte langsam hindurchschreitend, gierig Zarathustra auf Umwegen zurück zu seinem Gebirge und seiner Höhle. Und siehe, dabei kam er unversehens auch an das Stadtthor der grossen Stadt : hier aber sprang ein schäumender Narr mit ausgebreiteten Händen auf ihn zu und trat ihm in den Weg. Diess aber war der selbige Narr, welchen das Volk „den Affen Zarathustra’s“ hiess: denn er hatte ihm Etwas vom Satz und Fall der Rede abgemerkt und borgte wohl auch gerne vom Schatze seiner Weisheit. Der Narr aber redete also zu Zarathustra:
注釈
第2段落
„Oh Zarathustra, hier ist die grosse Stadt: hier hast du Nichts zu suchen und Alles zu verlieren.
注釈
第3段落
Warum wolltest du durch diesen Schlamm waten? Habe doch Mitleiden mit deinem Fusse! Speie lieber auf das Stadtthor und—kehre um!
注釈
第4段落
Hier ist die Hölle für Einsiedler-Gedanken: hier werden grosse Gedanken lebendig gesotten und klein gekocht.
注釈
第5段落
Hier verwesen alle grossen Gefühle: hier dürfen nur klapperdürre Gefühlchen klappern!
注釈
第6段落
Riechst du nicht schon die Schlachthäuser und Garküchen des Geistes? Dampft nicht diese Stadt vom Dunst geschlachteten Geistes?
注釈
第7段落
Siehst du nicht die Seelen hängen wie schlaffe schmutzige Lumpen?—Und sie machen noch Zeitungen aus diesen Lumpen!
注釈
第8段落
Hörst du nicht, wie der Geist hier zum Wortspiel wurde? Widriges Wort-Spülicht bricht er heraus!—Und sie machen noch Zeitungen aus diesem Wort-Spülicht.
注釈
第9段落
Sie hetzen einander und wissen nicht, wohin? Sie erhitzen einander und wissen nicht, warum? Sie klimpern mit ihrem Bleche, sie klingeln mit ihrem Golde.
注釈
第10段落
Sie sind kalt und suchen sich Wärme bei gebrannten Wassern; sie sind erhitzt und suchen Kühle bei gefrorenen Geistern; sie sind Alle siech und süchtig an öffentlichen Meinungen.
注釈
第11段落
Alle Lüste und Laster sind hier zu Hause; aber es giebt hier auch Tugendhafte, es giebt viel anstellige angestellte Tugend:—
注釈
第12段落
Viel anstellige Tugend mit Schreibfingern und hartem Sitz- und Warte-Fleische, gesegnet mit kleinen Bruststernen und ausgestopften steisslosen Töchtern.
注釈
第13段落
Es giebt hier auch viel Frömmigkeit und viel gläubige Speichel-Leckerei, Schmeichel-Bäckerei vor dem Gott der Heerschaaren.
注釈
第14段落
„Von Oben“ her träufelt ja der Stern und der gnädige Speichel; nach Oben hin sehnt sich jeder sternenlose Busen.
注釈
第15段落
Der Mond hat seinen Hof, und der Hof hat seine Mondkälber: zu Allem aber, was vom Hofe kommt, betet das Bettel-Volk und alle anstellige Bettel-Tugend.
注釈
第16段落
„Ich diene, du dienst, wir dienen“—so betet alle anstellige Tugend hinauf zum Fürsten: dass der verdiente Stern sich endlich an den schmalen Busen hefte!
注釈
第17段落
Aber der Mond dreht sich noch um alles Irdische: so dreht sich auch der Fürst noch um das Aller-Irdischste—: das aber ist das Gold der Krämer.
注釈
第18段落
Der Gott der Heerschaaren ist kein Gott der Goldbarren; der Fürst denkt, aber der Krämer—lenkt!
注釈
第19段落
Bei Allem, was licht und stark und gut in dir ist, oh Zarathustra! Speie auf diese Stadt der Krämer und kehre um!
注釈
第20段落
Hier fliesst alles Blut faulicht und lauicht und schaumicht durch alle Adern: speie auf die grosse Stadt, welche der grosse Abraum ist, wo aller Abschaum zusammenschäumt!
注釈
第21段落
Speie auf die Stadt der eingedrückten Seelen und schmalen Brüste, der spitzen Augen, der klebrigen Finger—
注釈
第22段落
—auf die Stadt der Aufdringlinge, der Unverschämten, der Schreib- und Schreihälse, der überheizten Ehrgeizigen:—
注釈
第23段落
—wo alles Anbrüchige, Anrüchige, Lüsterne, Düsterne, Übermürbe, Geschwürige, Verschwörerische zusammenschwärt:—
注釈
第24段落
—speie auf die grosse Stadt und kehre um!“—
注釈
第25段落
Hier aber unterbrach Zarathustra den schäumenden Narren und hielt ihm den Mund zu.
注釈
第26段落
„Höre endlich auf! rief Zarathustra, mich ekelt lange schon deiner Rede und deiner Art!
注釈
第27段落
Warum wohntest du so lange am Sumpfe, dass du selber zum Frosch und zur Kröte werden musstest?
注釈
第28段落
Fliesst dir nicht selber nun ein faulichtes schaumichtes Sumpf-Blut durch die Adern, dass du also quaken und lästern lerntest?
注釈
第29段落
Warum giengst du nicht in den Wald? Oder pflügtest die Erde? Ist das Meer nicht voll von grünen Eilanden?
注釈
第30段落
Ich verachte dein Verachten; und wenn du mich warntest,—warum warntest du dich nicht selber?
注釈
第31段落
Aus der Liebe allein soll mir mein Verachten und mein warnender Vogel auffliegen: aber nicht aus dem Sumpfe!—
注釈
第32段落
Man heisst dich meinen Affen, du schäumender Narr: aber ich heisse dich mein Grunze-Schwein,—durch Grunzen verdirbst du mir noch mein Lob der Narrheit.
注釈
第33段落
Was war es denn, was dich zuerst grunzen machte? Dass Niemand dir genug geschmeichelt hat:—darum setztest du dich hin zu diesem Unrathe, dass du Grund hättest viel zu grunzen,—
注釈
第34段落
—dass du Grund hättest zu vieler Rache ! Rache nämlich, du eitler Narr, ist all dein Schäumen, ich errieth dich wohl!
注釈
第35段落
Aber dein Narren-Wort thut mir Schaden, selbst, wo du Recht hast! Und wenn Zarathustra’s Wort sogar hundert Mal Recht hätte : du würdest mit meinem Wort immer—Unrecht thun !“
注釈
第36段落
Also sprach Zarathustra; und er blickte die grosse Stadt an, seufzte und schwieg lange. Endlich redete er also:
注釈
第37段落
Mich ekelt auch dieser grossen Stadt und nicht nur dieses Narren. Hier und dort ist Nichts zu bessern, Nichts zu bösern.
注釈
第38段落
Wehe dieser grossen Stadt!—Und ich wollte, ich sähe schon die Feuersäule, in der sie verbrannt wird!
注釈
第39段落
Denn solche Feuersäulen müssen dem grossen Mittage vorangehn. Doch diess hat seine Zeit und sein eigenes Schicksal.—
注釈
第40段落
Diese Lehre aber gebe ich dir, du Narr, zum Abschiede: wo man nicht mehr lieben kann, da soll man— vorübergehn !—
注釈
第41段落
Also sprach Zarathustra und gieng an dem Narren und der grossen Stadt vorüber.
注釈
この内容は複数の利用者による共同編集の対象で、CC BY-SA 4.0のもとで公開されています。詳細は利用規約をご覧ください。