Mittags
ツァラトゥストラはこう語った(ニーチェ) ・ ドイツ語
投稿: @dialogos-editorial ・ 出典 ・ Project Gutenbergの底本による。
第1段落
—Und Zarathustra lief und lief und fand Niemanden mehr und war allein und fand immer wieder sich und genoss und schlürfte seine Einsamkeit und dachte an gute Dinge,—stundenlang. Um die Stunde des Mittags aber, als die Sonne gerade über Zarathustra’s Haupte stand, kam er an einem alten krummen und knorrichten Baume vorbei, der von der reichen Liebe eines Weinstocks rings umarmt und vor sich selber verborgen war: von dem hiengen gelbe Trauben in Fülle dem Wandernden entgegen. Da gelüstete ihn, einen kleinen Durst zu löschen und sich eine Traube abzubrechen; als er aber schon den Arm dazu ausstreckte, da gelüstete ihn etwas Anderes noch mehr: nämlich sich neben den Baum niederzulegen, um die Stunde des vollkommnen Mittags, und zu schlafen.
注釈
第2段落
Diess that Zarathustra; und sobald er auf dem Boden lag, in der Stille und Heimlichkeit des bunten Grases, hatte er auch schon seinen kleinen Durst vergessen und schlief ein. Denn, wie das Sprichwort Zarathustra’s sagt: Eins ist nothwendiger als das Andre. Nur dass seine Augen offen blieben:—sie wurden nämlich nicht satt, den Baum und die Liebe des Weinstocks zu sehn und zu preisen. Im Einschlafen aber sprach Zarathustra also zu seinem Herzen:
注釈
第3段落
Still! Still! Ward die Welt nicht eben vollkommen? Was geschieht mir doch?
注釈
第4段落
Wie ein zierlicher Wind, ungesehn, auf getäfeltem Meere tanzt, leicht, federleicht: so—tanzt der Schlaf auf mir,
注釈
第5段落
Kein Auge drückt er mir zu, die Seele lässt er mir wach. Leicht ist er, wahrlich! federleicht.
注釈
第6段落
Er überredet mich, ich weiss nicht wie?, er betupft mich innewendig mit schmeichelnder Hand, er zwingt mich. Ja, er zwingt mich, dass meine Seele sich ausstreckt:—
注釈
第7段落
—wie sie mir lang und müde wird, meine wunderliche Seele! Kam ihr eines siebenten Tages Abend gerade am Mittage? Wandelte sie zu lange schon selig zwischen guten und reifen Dingen?
注釈
第8段落
Sie streckt sich lang aus, lang,—länger! sie liegt stille, meine wunderliche Seele. Zu viel Gutes hat sie schon geschmeckt, diese. goldene Traurigkeit drückt sie, sie verzieht den Mund.
注釈
第9段落
—Wie ein Schiff, das in seine stillste Bucht einlief:—nun lehnt es sich an die Erde, der langen Reisen müde und der ungewissen Meere. Ist die Erde nicht treuer?
注釈
第10段落
Wie solch ein Schiff sich dem Lande anlegt, anschmiegt:—da genügt’s, dass eine Spinne vom Lande her zu ihm ihren Faden spinnt. Keiner stärkeren Taue bedarf es da.
注釈
第11段落
Wie solch ein müdes Schiff in der stillsten Bucht: so ruhe auch ich nun der Erde nahe, treu, zutrauend, wartend, mit den leisesten Fäden ihr angebunden.
注釈
第12段落
Oh Glück! Oh Glück! Willst du wohl singen, oh meine Seele? Du liegst im Grase. Aber das ist die heimliche feierliche Stunde, wo kein Hirt seine Flöte bläst.
注釈
第13段落
Scheue dich! Heisser Mittag schläft auf den Fluren. Singe. nicht! Still! Die Welt ist vollkommen.
注釈
第14段落
Singe nicht, du Gras-Geflügel, oh meine Seele! Flüstere nicht einmal! Sieh doch —still! der alte Mittag schläft, er bewegt den Mund: trinkt er nicht eben einen Tropfen Glücks—
注釈
第15段落
—einen alten braunen Tropfen goldenen Glücks, goldenen Weins? Es huscht über ihn hin, sein Glück lacht. So—lacht ein Gott. Still!—
注釈
第16段落
—„Zum Glück, wie wenig genügt schon zum Glücke!“ So sprach ich einst, und dünkte mich klug. Aber es war eine Lästerung: das lernte ich nun. Kluge Narrn reden besser.
注釈
第17段落
Das Wenigste gerade, das Leiseste, Leichteste, einer Eidechse Rascheln, ein Hauch, ein Husch, ein Augen-Blidk— Wenig macht die Art des besten Glücks. Still!
注釈
第18段落
—Was geschah mir: Horch! Flog die Zeit wohl davon? Falle ich nicht? Fiel ich nicht—horch! in den Brunnen der Ewigkeit?
注釈
第19段落
—Was geschieht mir? Still! Es sticht mich—wehe—in’s Herz? In’s Herz! Oh zerbrich, zerbrich, Herz, nach solchem Glücke, nach solchem Stiche!
注釈
第20段落
—Wie? Ward die Welt nicht eben vollkommen? Rund und reif? Oh des goldenen runden Reifs—wohin fliegt er wohl? Laufe ich ihm nach! Husch!
注釈
第21段落
Still—- (und hier dehnte sich Zarathustra und fühlte, dass er schlafe.)—
注釈
第22段落
Auf! sprach er zu sich selber, du Schläfer! Du Mittagsschläfer! Wohlan, wohlauf, ihr alten Beine! Zeit ist’s und Überzeit, manch gut Stück Wegs blieb euch noch zurück—
注釈
第23段落
Nun schlieft ihr euch aus, wie lange doch? Eine halbe Ewigkeit! Wohlan, wohlauf nun, mein altes Herz! Wie lange erst darfst du nach solchem Schlaf—dich auswachen?
注釈
第24段落
(Aber da schlief er schon von Neuem ein, und seine Seele sprach gegen ihn und wehrte sich und legte sich wieder hin)—„Lass mich doch! Still! Ward nicht die Welt eben vollkommen? Oh des goldnen runden Balls!“—
注釈
第25段落
„Steh auf, sprach Zarathustra, du kleine Diebin, du Tagediebin! Wie? Immer noch sich strecken, gähnen, seufzen, hinunterfallen in tiefe Brunnen?
注釈
第26段落
Wer bist du doch! Oh meine Seele!“ (und hier erschrak er, denn ein Sonnenstrahl fiel vom Himmel herunter auf sein Gesicht)
注釈
第27段落
„Oh Himmel über mir, sprach er seufzend und setzte sich aufrecht, du schaust mir zu? Du horchst meiner wunderlichen Seele zu?
注釈
第28段落
Wann trinkst du diesen Tropfen Thau’s, der auf alle Erden-Dinge niederfiel,—wann trinkst du diese wunderliche Seele—
注釈
第29段落
—wann, Brunnen der Ewigkeit! du heiterer schauerlicher Mittags-Abgrund! wann trinkst du meine Seele in dich zurück?“
注釈
第30段落
Also sprach Zarathustra und erhob sich von seinem Lager am Baume wie aus einer fremden Trunkenheit: und siehe, da stand die Sonne immer noch gerade über seinem Haupte. Es möchte aber Einer daraus mit Recht abnehmen, dass Zarathustra damals nicht lange geschlafen habe.
注釈
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